Schallplatten digitalisieren

Fast jeder hat noch irgendwo in Schränken, Kisten und Kellern die Vinyl-Schätze aus früheren Zeiten gelagert. Damals wurde die Sammlung Stück für Stück mühsam erkauft und ertauscht. Mit dem Siegeszug der CD und den unbestreitbaren Vorzügen der silbernen Scheiben traten das sperrige Plastik immer mehr in den Hintergrund. Irgendwann verschwand dann auch der Plattenspieler und Sammlung komplett im Archiv.

Doch mit der immer zweifelhafteren Qualität der Musik dieser Tage sehnt sich der eine oder die andere die Schätze von früher zurück. Sei es aus Rückbesinnung auf die alten Tage oder durch eine neue Retro-Welle in der Musik: die alten Klänge sollen wieder hörbar werden. Doch auf Dauer wieder einen Plattenspieler aufstellen? Alles zwanzig Minuten die Platte umdrehen? Kein Titel-Scan, programmierbare Reihenfolge? Das muß nicht sein! Mit ein wenig Mühe, Software und Enthusiasmus lassen sich die alten Sounds wieder reaktivieren und das auf Dauer. Was man dazu braucht? Nicht viel mehr als die meisten sowieso schon zu Hause haben:

  • einen Plattenspieler
  • einen PC mit Soundkarte und einem CD-Brenner
  • passende Software zum Aufnehmen und Schneiden der Musik
  • Der genaue Vorgang soll nun so aussehen:
    Auf dem Plattenspieler wir die Schallplatte abgespielt. Das Signal läuft über den Verstärker in den Pc und wird dort mit einer passenden Software aufgenommen. Danach liegt das Rohmaterial in einer oder zwei großen Dateien im .wav Format vor. Was nun folgt, ist der arbeitsreichste Teil an dem ganzen Unternehmen: die Rohdatei wird von Hand von den gröbsten Knackern befreit und die einzelnen Lieder unterteilt. Die einzelnen Lieder werden abgespeichert und können danach auf CD gebrannt werden oder in das bekannte mp3 Format komprimiert werden. Dadurch nehmen sie nur noch etwa 1/10 der ursprünglichen Größe ein und eignen sich besser zum Archivieren auf der Festplatte des Rechners oder auf CDs.

    Der Plattenspieler kann entweder direkt über den LineIn Eingang an die Soundkarte angeschlossen werden. Für diesen Fall ist noch ein kleiner Vorverstärker nötig, der das Signal des Plattenspielers auf ein verträgliches Maß regelt. Oder das Gerät wird ganz normal mit dem Verstärker der HiFi-Anlage verbunden. über den Line-Out Ausgang des Verstärkers gelangt das Signal dann mit dem passenden Kabel (Cinch) in den Eingang der Soundkarte.


    Falls jemand die heimische Anlage am Kabelnetz hängen hat und sich nun über ein tiefes Brummen aus den Lautsprechern wundert: herzlichen Glückwunsch, Euch ist soeben die Herstellung einer sogenannten Brummschleife gelungen. Diese Phänomen hat mir vor ein paar Jahren schlaflose Nächte bereitet. Bis ich nach Suche in etlichen Foren endlich fündig wurde. Durch das Erstehen eines Mantelstromfilters (Hallo Uwe!) bei Conrad-Elektronik war des Sound wieder der alte. Das kleine, unscheinbare und sogar (!) günstige Teil wurde einfach zwischen Antenne und Verstärker geschaltet. Was bei einer Brummschleife und dem Mantelstromfilter genau schiefläuft müßt ihr euch woanders erklären lassen. Nur so viel: es hat was mit den beiden Erdungen von Hifi-Anlage und PC zu tun. Und der Filter hält diese auseinander. So oder ähnlich, E-Technik-Experten mögen mir verzeihen.

    Ein nicht unwichtiger Bestandteil für die flüssige Bearbeitung stellt die verwendetet Software dar. Die meisten CD-Brenn-Programme bringen heute Module mit, die eine Soundbearbeitung und Aufnahme ermöglichen. Als eine kleine Auswahl seien hier Nero oder Win on CD genannt. Wer es komfortabler haben möchte, verwendet Programme wie CoolEdit, das eine Fülle von Features und Möglichkeiten bereithält. In anderen Quellen wird auch oft das Produkt WaveLab von Steinberger empfohlen, aber auch DartPro und Magix Clean genannt.

    Das Aufnehmen selber geht nun so vonstatten:
    Am Soundmixer des PCs wird die richtige Quelle eingestellt. Neben der Uhr rechts unten auf den Lautsprecher klicken und dann unter Options/Properties Recording auswählen. Standarmäßig werden nur die Mixer für die Wiedergabe angezeigt. Der LineIn Kanal wird ausgewählt.
    Den Pegel des LineIn-Eingangs sollte man für jede LP neu einstellen. Nicht jede Scheibe ist gleich ausgesteuert und zum Erreichen eines guten Ergebnisses ist das leider unerläßlich. Die meisten Aufnahmeprogramme liefern einen digitale Ansicht des

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